Kloster Neustift, Bibliothek

Als das Kloster Neustift im Jahre 1142 gegründet und vom seligen Bischof Hartmann von Brixen mit einer ersten kleinen Gemeinschaft von Augustiner Chorherren aus Klosterneuburg besiedelt wurde, waren gleich auch schon Bücher erforderlich zur Feier der Liturgie, Bücher für das gemeinsame Chorgebet, das Buch der Regel des Ordensvaters Augustinus sowie Bücher für den Unterricht in der Klosterschule, die sehr bald nach der Klostergründung eingerichtet wurde.
Es ist heute nicht mehr möglich, den Neustifter Bücherschatz bis zurück zu seinen Anfängen lückenlos anzuzeigen. Man kann sagen, dass die leidvollen Geschicke des Stiftes selber mehr oder weniger immer auch die Bibliothek zu spüren bekam. Bereits beim großen Klosterbrand im Jahre 1190 und bei dem von 1303 wütete das Feuer sicher auch dort, wo gerade auch Bücher waren. Eine mit Gewölben überzogene und einigermaßen feuersichere Bibliothek wurde erst unter Propst Ulrich II. um das Jahr 1430 erbaut.
Nach den Verlusten im Bauernaufstand 1525 blühte die Bibliothek neu auf, wurde jedoch in der Säkularisation 1807 wieder in Mitleidenschaft gezogen und dadurch großer und gerade der wertvollsten Werkbestände beraubt. Von diesem kam ein Teil 1816 wieder nach Neustift zurück. Teile des Manuskriptenschatzes konnten 1929 zurückerworben werden. Vieles ist aber weiterhin in konventfremdem Besitz und außer Landes. Heute stellt die Stiftsbibliothek mit ihren rund 96.000 im Hauptkatalog nach Autoren und Sachgebieten registrierten Werken einen bedeutenden Faktor der Südtiroler Kulturlandschaft dar.

(Quelle: http://www.ehb.it/137d247.html)

Datum Veranstaltung
08.08.2012 Benedetto Marcello: Duetti da camera